Nach dem Krieg - Nach dem Exil Erste Briefe / First Letters : Fallbeispiele aus dem sozialwissenschaftlichen und philosophischen Exil

Edited by Detlef Garz, Edited by David Kettler

Wie konnen Menschen nach 1945 wieder ins Gesprach kommen, wenn die einen Deutschland oder Osterreich verlassen mussten, wahrend die anderen geblieben sind und Schuld, direkt oder indirekt, auf sich geladen haben? Briefe waren haufig die einzige Moglichkeit, den Kontakt erneut herzustellen. Doch wer schreibt zuerst und an wen, und vor allem: was? Wie erklare ich mich, mein Verhalten, meine Taten? Wie fallt die Antwort aus? Kommt es zu einer Wiederaufnahme an freundschaftlichen, kollegialen oder auch privaten Verbindungen, oder ist ein Band des Lebens (unwiderruflich?) zerschnitten? Wahrend im ersten Band vorwiegend der Briefwechsel von Literaten vorgestellt wurde, sind es jetzt vor allem Sozial- und Geisteswissenschaftler, die zu Wort kommen und in einen Prozess des diskursiven Aushandelns (David Kettler) uber das richtige Verstandnis der Vergangenheit und eine mogliche gemeinsame Zukunft eintreten. Nach dem Krieg - Nach dem Exil liefert dazu sowohl theoretische Rahmungen als auch Fallstudien prominenter, aber auch weniger bekannter Personen, die zeigen, was es hei?t, im Medium der Sprache wieder Verstandigung herzustellen. Zu den Stimmen, die den brieflichen Dialog fuhren, gehoren u. a. Hans-Georg Gadamer, Leo Strauss, Eric Voegelin, Hannah Arendt, Herbert Marcuse, Martin Heidegger, Siegfried Kracauer, Ernst Fraenkel, Alfred Kantorowicz, Hans Gerth, Otto Kirchheimer, Johannes R. Becher, Karl Wolfskehl, Luis Trenker, Paul Kohner und Ernst Bloch.